Vergleichsportale richtig nutzen und Geld sparen

Viele Vergleichsportale im Internet versprechen, den günstigsten Preis für ein Produkt oder eine Dienstleistung aufzuspüren – oft stimmt das aber nicht. So sparen Sie wirklich!

 

Günstiges Einkaufen im Internet ist und bleibt eine Kunst. Und das, obwohl an Preissuchmaschinen und Vergleichsportalen wahrlich kein Mangel herrscht. Preisvergleiche versprechen nicht nur, dass Sie den günstigsten Flug, Tarif und Versicherer finden, sondern werben auch damit, dass Sie den billigsten Preis für praktisch jedes Produkt aufspüren.

Und tatsächlich sieht man auf Portalen wie Check24, Idealo, Billiger.de oder Google Shopping auf einen Blick, was die gesuchte Ware bei welchem Händler aktuell kostet. Den günstigsten Preis garantieren diese Angaben allerdings nicht. Was zunächst einmal paradox klingt, leuchtet bei genauerer Betrachtung schnell ein: Vergleichsportale stellen eben nur das momentan gültige Preisgefüge am Markt dar. Was davor war und – vermutlich – danach kommt, bilden sie nicht ab.

Das nutzen immer mehr Onlinehändler aus. Sie verändern blitzschnell ihre Kurse. Während hierzu im stationären Handel die Schilder am Regal geändert werden müssen, können Internet-Shops ihre Ware jederzeit und ohne viel Aufwand hoch- und runtersetzen. Erfolgen diese Änderungen per Algorithmen automatisch, dann steigt oder fällt innerhalb kürzester Zeit für ein Produkt das allgemeine Preisniveau, sobald auch nur ein großer Händler vorprescht. Nicht zuletzt deshalb blenden Preissuchmaschinen stets Hinweise wie „Preisänderungen in der Zwischenzeit möglich“ ein.

Verlass, etwa auf günstige Preise für Autoreifen oder eine generelle Preissenkung beim großen Elektronikhändler am Abend, gibt es nicht. Wer wirklich sparen und ein bestimmtes Produkt günstig erwerben möchte, sollte den Preis mindestens ein paar Tage hintereinander verfolgen. Dass viele Online-Shops ihre Preise ständig ändern, ist bekannt. Wann und in welcher Höhe dies erfolgt, lässt sich allerdings nur bedingt vorhersehen. So ist es sinnlos, über einen längeren Zeitraum immer wieder ein Medikament für 15 Euro zu checken. Wenn aber das gleiche Smartphone ein paar Tage nach dem Kauf plötzlich 100 Euro weniger kostet, ist das ärgerlich.

Aufzupassen gilt es unserer Erfahrung nach bei zeitlich oder mengenmäßig begrenzten Schnäppchen. Denn da werben Shops gerne mit Rabatten um 50 Prozent, als Vergleichspreis dient jedoch häufig die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers. Diese liegt aber zumeist weit über dem tatsächlichen Preis des Onlinehandels.

Besonders bei teureren Gütern ist es empfehlenswert, vor dem Kauf einen Blick auf die „Preisentwicklung“ zu werfen. Dazu bieten alle großen Vergleichsportale eine Grafik, die die Produktpreise in der Vergangenheit zeigt. Der Beobachtungszeitraum lässt sich meistens zwischen einem Monat und einem Jahr wählen – so werden kurz- und langfristige Entwicklungen sichtbar.