Liefertermin nicht eingehalten – was tun?

Die im Online-Shop bestellte Ware wird einfach nicht geliefert? Wenn die Ware nicht rechtzeitig eintrifft, sollten Sie richtig reagieren. Das können Sie tun.

Im Online-Handel gilt: Der Händler muss die Lieferzeit für seine Ware so konkret und realistisch wie möglich benennen. Eine häufig verwendete Angabe wie „Lieferzeit: circa 2-4 Werktage“ gilt dafür als ausreichend. Für Sie als Käufer ergibt sich daraus, dass Sie den Artikel  normalerweise nach spätestens fünf, sechs Tagen (falls ein Wochenende dazwischen liegt) in den Händen halten.

In einer Fußnote darf der Händler die Lieferzeit konkretisieren. Verbreitet sind Angaben, wie sich die Angabe berechnet, für welche Versanddienstleister sie gilt und wie es sich bei Lieferungen ins Ausland verhält.

Doch was können Sie tun, wenn der Liefertermin überschritten ist und die Ware trotzdem nicht ankommt? Es gibt plausible Gründe, weshalb Lieferzeiten von Online-Versendern mitunter nicht eingehalten werden können. Dazu gehören ein unvorhersehbar hohes Bestellaufkommen, Probleme mit der Zulieferung oder Schwierigkeiten beim Paketdienst. Wer Waren zum Beispiel aus Fernost bestellt, muss mit langen Lieferzeiten und Verzögerungen durch den Zoll rechnen. Heutzutage ergänzen viele Online-Shops ihre Lieferzeiten auch um den Zusatz, dass es aufgrund der Coronakrise zu verlängerten Lieferzeiten kommen kann.

Falls Sie dennoch tagelang auf die bestellte Ware warten und von Online-Shop keine Rückmeldung erhalten, sollten Sie Kontakt mit dem Shop aufnehmen. Antworten Sie dafür aber nicht einfach nur auf die Shop-Bestätigungsmail. Suchen Sie in dieser Mail nach der richtigen Kontakt-Mailadresse für Fragen und Reklamationen. Bitten Sie den Händler um eine Erklärung der Verzögerung, und setzen Sie eine angemessene Frist, um die Lieferung nachzuholen.

„Liefert der Händler auch innerhalb der Nachfrist nicht, können Sie vom Vertrag zurücktreten. Das gilt selbst dann, wenn der Paketdienst und nicht der Händler für die Verspätung verantwortlich ist“ – erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Als Verbraucher haben Sie generell auch die Möglichkeit, Ihre Bestellung vor der Lieferung zu widerrufen. Kommt die Ware doch noch an, müssen Sie der Verbraucherzentrale zufolge etwaige Kosten für eine Rücksendung tragen.